Der 31. Mai 2010 war kein Schultag wie jeder andere. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6A des BORG Spittal machten sich auf den Weg zur Sonderschule für Schwerstbehinderte (SfS) in Seebach.
Neben dem Konzert der BORG-Musikerinnen und Musiker für die Kinder und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen stand das persönliche Begegnen im Mittelpunkt.
Vorher schloss ich meine Augen vor Behinderungen. Nun weiß ich, es ist nichts, vor dem man Angst haben sollte. Beim Besuch der SfS Seebach wurde uns schnell bewusst, dass diese Schule anders ist. Alles ist offenherzig, warm und lebensfroh. Wir hätten nicht gedacht, dass diese Kinder lernen können.
Die Direktorin legt großen Wert darauf, dass hier ein Klima der Offenheit und Toleranz vorherrschend ist. Mich überraschte, wie aufmerksam die Schülerinnen und Schüler beim Konzert, das wir für sie gaben, zuhörten. Reich an neuen Erfahrungen fuhren wir wieder in unser gewohntes Umfeld zurück. - Elena und Charlin
Eine Klasse besteht aus nur fünf bis sechs Kindern, die alle individuell gefördert werden. Bemerkenswert war, dass einige von ihnen ein sehr großes Allgemeinwissen haben. Gefallen hat mir die Blumenecke im Klassenraum, welche eine ruhige Atmosphäre vermittelte. - Marko
Beeinträchtigte Kinder können rechnen, lesen und schreiben lernen. Sie müssen gefördert werden, und zwar so, wie ihre Beeinträchtigung es nötig macht. Ich besuchte die 9. Klasse, in der die ältesten und sportlichsten Schülerinnen und Schüler sitzen. Wir spielten gemeinsam Basketball und ich war überrascht, wie gut diese fast schon erwachsenen Jugendlichen spielten. Manche Kinder fahren mit dem Bus nach Hause, manche schlafen im Heim und kommen erst am Wochenende nach Hause. Wir haben gelernt, dass es nicht so schwierig ist, mit Behinderten umzugehen. Es braucht nur etwas Respekt und Geduld. - Lukas
Wir waren in einer Klasse, in der es vorwiegend Autisten gab. In dieser Klasse befanden sich fünf Kinder - der Älteste war 18 Jahre. Wir erfuhren, dass dieser bis zu seinem 2. Lebensjahr ein völlig gesunder Junge war, doch dann traf ihn ein Schicksalsschlag. Er wurde von einem Auto angefahren und ist seitdem sowohl geistig als auch körperlich behindert. Man darf behinderte Menschen nicht verurteilen, man muss ihre Situation kennen lernen. In dieser Schule kommt es nicht auf Aussehen, Klamotten, Schmuck etc. an, sondern viel mehr, dass man als Mensch gesehen, akzeptiert und geschätzt wird. - Alexandra und Anna
Ich muss gestehen, eine Blockade hatte ich immer vor Menschen mit Beeinträchtigungen. Keine Angst, aber ich spürte einen unsichtbaren Schild, der mich abhielt, mit ihnen zu kommunizieren. Normal? Keine Ahnung. Aber der Tag in der SfS hat uns geprägt. Ich habe verstanden, dass diese Kinder und Jugendlichen uns hören, fühlen und unsere Gegenwart wertschätzen. Dies brachten sie mit einem Lächeln zum Ausdruck. Dieses Lächeln übertrug sich auf uns. - Nina
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