Pragreise der 7C-Klasse - 05. bis 09.03.2018

Am fünften März strömte die ganze Schülerschaft vom Bahnhof in Richtung Schule. Die ganze Schülerschaft? Nein! Ein von unbeugsamen Schüler/innen bevölkertes Grüppchen hörte nicht auf, dem Strom Widerstand zu leisten und schleppte sich müde zu Bahnsteig drei. Nach erfolgloser Missionierung durch eine Fremde im Zug und vergleichsweise erfolgreicher Kontermissionierung hatte die 7C schließlich die erste Etappe ihrer Reise absolviert. Der Linzer Bahnhof war erreicht. Ungenannt bleiben soll die "Freiheitsberaubung", darin bestehend, dass es den Schüler/innen nicht gestattet war, in den Stationen vorher nach Belieben den Zug zu verlassen und - wie schon Generationen vor ihnen - von ihrem Grundrecht Gebrauch zu machen, auf der Klassenreise verloren zu gehen und im Nirgendwo zu stranden. Ungeachtet der lautstarken Beschwerden (Namen werden keine genannt) ob dieser groben Missachtung der Persönlichkeitsrechte der Schüler/innen schaffte es die Gruppe, sich geschlossen im Anschlusszug einzufinden und die Reise ins Ungewisse anzutreten - nach Prag. Prag - die goldene Stadt, Prag - das Mütterchen, das Krallen hat, Prag - die Stadt die nicht loslässt - und die Stadt, in der nun wirklich jede erfahren hat, dass die Schultern der Eishockeyspieler nicht das sind, was sie zu sein vorgeben.

Bei der Ankunft nahm uns gleich Vaclav in Empfang, unser Reisebegleiter, mit dem wir uns diese herrliche Stadt ergingen, und der uns immer wieder mit seinem Wissen über die Geschichte und die Geschichten der Stadt beeindruckte. Als die Hotelzimmer bezogen waren, machten wir uns auf den Weg zum Wenzelsplatz. Dort gerieten die Schüler/innen vom Lande auch gleich in eine Demonstration. Abseits des großen Platzes war es jedoch ruhig und wir nahmen unser erstes Abendessen ein. Beim nachfolgenden Spaziergang zur Karlsbrücke gewannen wir einen ersten Eindruck von Prag bei Nacht und waren von Bauwerken und Lichtern verzaubert.

Am nächsten Morgen erschien jedoch alles weniger lieblich - erst Regen, dann Schnee. Wir flüchteten uns ins technische Museum. Von dort ging es schließlich zur Prager Burg. Leider wuchs sich das schlechte Wetter zu einem regelrechten Schneetreiben aus. Vor der Burg kam es plötzlich zu Unruhe - ja Panik: Die Eintretenden wurden auf gefährliche Gegenstände untersucht - sogar mit einem Metalldetektor. So kam es, dass sich eine Begleitperson plötzlich im Besitz eines Taschenmessers sah, das sie durchschmuggeln sollte. Angesichts der beeindruckenden mobilen Münzensammlung eines der Anwesenden krähte jedoch kein Hahn nach dem Messer. Und am Abend im "Schwarzen Theater" wurde gerne der Schleier des Vergessens über jegliche Unbill gebreitet.

Am nächsten Tag besichtigte die Gruppe am Vormittag den alten jüdischen Friedhof und die Synagoge, an deren Wänden Namen und Geburts- und Sterbedatum von den Nazis ermordeter Juden zu lesen waren. Besonders berührend war auch die Ausstellung von Kinderzeichnungen, die im Konzentrationslager Theresienstadt entstanden waren. Dorthin begab sich die Gruppe am Nachmittag per Bus.

Am letzten Tag erklomm die 7C den Laurenziberg, wo das Panorama von der Spitze des Prager Eiffelturms genossen wurde. So beeindruckend dieses auch war, konnte es aber in keiner Weise mit der Attraktion darunter mithalten - dem Spiegelkabinett. Nach einem Nachmittag in der großen Stadt schipperten wir dann über die Moldau und ließen uns das Abendessen an Bord schmecken. Der nächste Tag war bereits der letzte unserer Reise und es hieß Abschied nehmen - mit dem Zug reisten wir schließlich nach Spittal zurück, wo wir am Abend des neunten März erschöpft und zufrieden ankamen.

Mag. Astrid Sabaini

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