Die Schüler/innen der Klasse 6A machten sich am 30. April 2008 gemeinsam mit ihren Begleitlehrerinnen Astrid Wiener und Gerlinde Eisank auf den Weg nach Klagenfurt, um sich im Napoleonstadl die Theateraufführung "norway.today" anzusehen.
Dort erhielten die Schüler/innen die Gelegenheit, eines der erfolgreichsten Stücke auf deutschsprachigen Bühnen kennen zu lernen, das bereits mit mehreren Theaterpreisen ausgezeichnet wurde.
Dieses von Igor Bauersima verfasste und von Claudia Weber inszenierte Stück beruht auf einer wahren Begebenheit: Im Februar 1999 hatten sich, unbemerkt von ihren Eltern und Freunden, der norwegische Computer-Freak Daniel V. (24) und die Österreicherin Eva D. (17) via Internet zu einem Treffen in Oslo verabredet. Ziel der beiden war es, gemeinsam in den Tod zu gehen.
Kennen gelernt hatten sie einander in einem der zahlreichen Internet-Foren, in denen sich Heranwachsende Anleitungen zum Selbstmord holen. Von Oslo aus traten die beiden dann ihre Reise nach Südnorwegen an, wo sie gemeinsam von einer Felsklippe in den Abgrund sprangen. Dieser weltweit Aufsehen erregenden Aktion war ein minutiös ausgearbeiteter Plan vorausgegangen.
Ein im "Spiegel" veröffentlichter Bericht über diesen tragischen Vorfall inspirierte Igor Bauersima dazu, sich mit den Motiven Jugendlicher, ihrem Leben ein effektvoll inszeniertes Ende zu setzen, zu beschäftigen und theatralisch aufzuarbeiten. In seinem Stück versucht er, die letzten Stunden dieser zwei jungen Menschen zu rekonstruieren, indem er von der Realität abweicht und seinen Protagonisten auf der Bühne die Möglichkeit einräumt, sich anders zu entscheiden als geplant. Durch die sich zwischen den Jugendlichen entwickelnde Nähe und die Schönheit der norwegischen Landschaft sowie die Faszination des Polarlichts macht sich Unsicherheit breit. Dem Zuschauer wird der innere Konflikt der Protagonisten dramatisch vor Augen geführt, er leidet mit. Gleichzeitig schöpft er aber Hoffnung auf einen Sinneswandel und fiebert quasi einem positiven Ende des Stückes entgegen. In der Bühnenversion springen die beiden nicht von der Klippe - ein Ende, das zuversichtlich stimmt.
Die Schüler/innen waren sowohl von der schauspielerischen Leistung des männlichen Protagonisten, der seine Rolle besonders authentisch verkörperte, als auch von der Gestaltung des Bühnenbildes überwältigt. Interessant fanden sie auch den Einsatz moderner Medien, der sich von einem gekonnt nachgestellten Chatroom-Ambiente bis hin zu realistisch empfundenen Videosequenzen erstreckte. Die Gestaltung des Zuschauerraumes, die dem Besucher hautnahe Teilnahme am Geschehen ermöglicht, trug außerdem wesentlich zu einem überaus positiven Theatererlebnis bei. (EIS)
Barrierefreie Website