Exkursion der 8C-Klasse
Am Donnerstag, dem 29.10.2009, besuchten wir und einige Schüler der 7B-Klasse die Landtagssitzung in Klagenfurt. Hier wurde das von der ÖVP vorgeschlagene Transferkonto heftig diskutiert. Auf diesem Konto sollen alle Transferleistungen gesammelt werden, um Transparenz zu schaffen und ungerechtfertigte Sozialleistungen zu verhindern.
Während die ÖVP und das BZÖ sich für das Transferkonto aussprachen, stieß es bei den Grünen und der SPÖ auf Ablehnung.
Leider ließ die Diskussionskultur unserer Politiker sehr zu wünschen übrig. Während einige offensichtlich desinteressiert ihre Zeitung lasen, SMS schrieben, telefonierend den Raum verließen oder sich über andere Themen unterhielten, störten andere die Reden durch laute Zwischenrufe, um ihre Meinung loszuwerden. Selbst der Landtagspräsident schaffte es nicht immer, die Politiker zur Ruhe zu rufen, und er hatte Mühe, die vorgegebene Redezeit von fünf Minuten durchzusetzen.
So ein Verhalten, wie unsere Politiker es an den Tag legten, würde nicht einmal bei einer Schulklasse gebilligt werden. Weshalb sich uns leider die Frage stellt, ob solche "Kasperln" (wie sie sich ohnehin gerne selbst bezeichnen) überhaupt dazu geeignet sind, unsere Interessen zu vertreten. (Victoria Bart)

Die einzelnen Parteien waren sich jedoch in vielen Punkten nicht einig und einige der Politiker mussten ermahnt werden, da sie dem Vortragenden ins Wort fielen. Anscheinend dürften sie diese Ermahnungen jedoch nicht wirklich ernst genommen haben, denn sie störten immer wieder und redeten dazwischen, wann es ihnen gerade passte. Hin und wieder benutzten die Politiker auch Kraftausdrücke und eine Politikerin bezeichnete die Landesregierung sogar als Räuberbande. Eine Abgeordnete musste sogar Ordnungsgeld zahlen, weil sie während der Sitzung mit ihrem Handy telefonierte.
Ich persönlich habe die Landtagssitzung sehr amüsant gefunden, da sie mich eher an ein Kino erinnerte. Es war wirklich sehr unterhaltsam und trotz des Fehlverhaltens so mancher Abgeordneter bin ich froh, dass ich einmal bei einer Landtagssitzung zusehen konnte. (Carina Fian)
Sehr amüsant fand ich die Abgeordneten, die sich nicht zu Wort meldeten - sie waren zu sehr in ihre Zeitung vertieft. (Christian Dirnberger)
Störend fand ich, dass es dort unten zuging wie in einem Kaffeehaus. Es kam einem so vor, als würde niemand dem Redner/der Rednerin zuhören, oder es kamen Zwischenrufe, die nicht gerade schmeichelhaft waren. Irgendwie stellt man sich da schon die Frage, wofür es den Landtag überhaupt gibt, wenn sich die Parteien gegenseitig nur "tratzen" und nicht wirklich aufeinander eingehen. Also, was ich jedenfalls mitgenommen habe, ist, dass man als Frau im Landtag anscheinend nicht viel zu melden hat. (Sarah Obergrießnig)
Es wurde wild herumdiskutiert und an Beleidigungen hat es auch nicht gemangelt, so dass hie und da ein mahnendes Wort vom Landtagspräsidenten gesprochen werden musste. Wie im Leben, so auch in der Politik: musste ich doch feststellen, dass das Thema "Gleichberechtigung" wohl eher keine besonders große Rolle zu spielen scheint. Alles in allem eine wirklich bühnenreife Vorstellung, man hätte Eintritt verlangen können. (Sandro Kovac)
Man kann schon sagen, dass wir Schülerinnen und Schüler in den Klassen mehr Disziplin zeigen müssen als unsere Politiker. (Tamara Zauchner)
Für mich war es interessant, so eine Sitzung live mitzuerleben, denn genau so erfährt man, wie es dort wirklich zugeht. Danke für die Freistellung zu dieser Landtagssitzung. Ich muss sagen, dass ich wohl nie eine solche Sitzung besucht hätte, aber jetzt bin ich wirklich froh, einen Einblick bekommen zu haben. (Katharina Ramsbacher)
Alles in allem war es ein lustiger Tag und brachte, so hoffe ich doch, viele von uns zum Nachdenken! Der Großteil der Schülerinnen und Schüler unserer Schule besitzt mehr Disziplin als unsere "geliebten Politiker". Es ist doch sehr unhöflich, herauszuschreien oder sich mit anderen zu unterhalten, wenn jemand gerade eine Rede hält! (Sandra Fleischhacker)
Teilweise belustigt wie auch schockiert mussten wir mitanhören, wie verschiedene weibliche Abgeordnete während ihrer 5-minütigen Redezeit von Vertretern anderer Parteien ständig unterbrochen sowie diskriminiert wurden. Zeitweise waren wir über das Diskussionsverhalten ziemlich schockiert. Von Niveau und Diplomatie war hier kaum die Rede, teilweise musste man sich wirklich über das Verhalten in diesem Saal schämen und sich fragen, von welchen Leuten die Bevölkerung Kärntens doch vertreten wird.
Das Resümee unter uns Schülerinnen und Schülern war durchwegs positiv, jeder wurde prächtig unterhalten. Wir waren jedoch alle über die oben genannten Zustände schockiert. Wir hätten uns ein wenig mehr Diplomatie von unseren Abgeordneten erwartet. Immerhin ist es wirklich kurios - uns Jugendlichen wird beigebracht, wie wichtig doch Niveau und Höflichkeit sind, und dann mussten wir erfahren, dass ein Großteil der Abgeordneten unseres Bundeslandes diese Qualitäten wohl nur außerhalb ihres Berufes besitzt. (Sandro Petutschnig)
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