Bei Caesar haben wir zum Anlandeversuch der Römer in Britannien gelesen:
"Es war deshalb sehr schwierig, weil ... die Soldaten ... in der Bewegungsfreiheit der Hände eingeschränkt und durch die große und schwere Last der Waffen niedergedrückt von den Schiffen herabspringen, im Wasser Fuß fassen und dabei noch mit den Feinden kämpfen mussten ..."
Wie schwer war eine römische Legionärsrüstung?
Wie schwer war ...? - Wie groß war ...?
Natürlich lässt sich jede dieser Fragen nach Gewicht und Abmessungen mit Hilfe einschlägiger Literatur beantworten. Doch letztendlich fehlt der augenscheinliche Bezugspunkt. Wie viel einfacher ist es aber, all dies an nachgebildeten Originalen selbst zu erkennen und im wahrsten Sinne des Wortes zu "be-greifen".
Auf dem Leib trug der Legionär wie daheim die tunica, ein kurzärmeliges Wollhemd, das kaum bis an die Knie reichte. Über die tunica legte er den Panzer (lorica) an. Davon waren unterschiedliche Formen in Gebrauch. Der Lamellenpanzer bestand aus zwei Hälften, die durch Lederriemen miteinander verbunden wurden. Den Unterleib schützte ein vom Gürtel herabhängender, mit Metallbeschlägen versehener Streifenschurz. An diesem Gürtel hing auch der Dolch (pugio). Als Schuhwerk dienten genagelte Sandalen, die caligae. Der Helm der Legionäre hieß galea. Er war aus Eisen oder Bronze und hatte einen ausladenden Nackenschutz und breite Wangenklappen. Der Schild (scutum) hatte ungefähr die Form eines halben Hohlzylinders und wog etwa 10 kg. Verleimtes Holz war mit Tierhäuten überzogen und mit einem Metallrand eingefasst und in der Mitte, dort wo die Hand den Griff umfasste, durch einen Schildbuckel verstärkt.
An Waffen hatte der Legionär Schwert und zwei Wurfspeere unterschiedlichen Gewichts für verschiedene Distanzen. Der gladius, ein etwa 0,5 m langes, beidseitig geschliffenes Schwert, wurde an einem Lederriemen über der linken Schulter an der rechten Seite getragen und war mehr Stichwaffe im Nahkampf als Hiebwaffe. Das pilum war ein 1,5 - 1,8 m langer Wurfspeer. Das dünne Speereisen war absichtlich aus Weicheisen, und nur die Spitze war gehärtet. Sie bohrte sich tief in den gegnerischen Schild, während sich der dünne und weiche Eisenstiel beim Aufprall gleich hinter der Spitze verbog. So war ein doppelter Zweck erreicht: der Gegner war stark behindert, weil das pilum nur schwer herausgezogen werden konnte, und das Geschoss war für einen Rückwurf unbrauchbar geworden.
Die furca diente als Tragestange für Proviant, Mantelsack, Kasserolle und Feldflasche. Zudem hatte der Legionär noch während des Marsches einen Schanzpfahl zu tragen.
Damit ergab sich ein Gesamtgewicht von rund 48 kg!
Und wie fühlte sich eigentlich ein derart bepackter Legionär?
Tja, das muss man wohl selbst ausprobiert haben!
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