Schultheater. Schultheater? Schultheater!

Schultheater.

Laut Wikipedia umfasst Schultheater "die Entwicklung, Erprobung, Einstudierung und Aufführung dramatischer Werke mit Schülern unter der Anleitung von Lehrern." Sowohl die Begeisterung der Lehrkraft, die initiativreich die Arbeit an dem Stück vorantreibt, als auch das Ensemble der spielenden Schüler führen nicht selten dazu, dass fast professionelle Leistungen auf der Bühne zu sehen sind.

Immer häufiger werden Stimmen hörbar, dass die Theaterpädagogik an den Schulen eine größere Rolle spielen soll. Großbritannien und Deutschland werden als Vorzeigebeispiele genannt. Kernkompetenzen wie Kommunikations- und Teamfähigkeit, rhetorische Fertigkeiten, kreatives Arbeiten, eine ausgeprägte Sozialkompetenz werden ausgebildet, und andererseits ästhetische Bildung vermittelt. (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Schultheater)

 

Schultheater ?

Landläufig hat sich das Bild manifestiert, wie Verwandte und Freunde ihren Sprösslingen bei der Vorstellung des Schultheaters gebannt zusehen. Großzügig werden Textschwächen und eintöniges Herunterrattern überhört. Die Eltern fiebern mit ihrem Nachwuchs mit, der immer wieder ins Publikum schielt und schnell einmal herüberwinkt. Die Omas klammern sich ans Taschentuch, können sich vor lauter Stolz kaum auf das Stück konzentrieren und haben nur Augen für das Enkelchen auf der Bühne.

Schultheater !

Die Theatergruppe des BORG Spittal hat mit der diesjährigen Produktion des "Sommernachtstraums" nach William Shakespeare wiederholt unter Beweis gestellt, dass ihr schauspielerisches Können weit über laienhaftes Bühnenspiel hinausgeht. Noch am Abend der Premiere wurde in den sozialen Medien gepostet:

"Eine absolut gelungene Vorstellung. Ich gratuliere allen Mitwirkenden zu ihrem Talent, Einsatz, zu ihrer Professionalität und vor allem zur ansteckenden Spielfreude. Toll, liebe Ulli, was du den jungen Leuten ermöglichst, Wiedermal ein Hoch auf unsere Jugend!" (Gertrud R.)

"Gratulation an alle Mitwirkenden!" (Elisabeth M.)

"Bravo!!!" (Sarah S.)

"Schade, dass für die Öffentlichkeit nur eine Vorstellung vorgesehen war." (Hermann K.)

 

Den jungen Schauspielern unter Leitung von Ulrike Heller-Kotric ist es gelungen, den anspruchsvollen Text Shakespeares seriös, textsicher, ausdrucksreich und sogar komisch über 90 Minuten ohne Spannungsverlust auf die Bühne zu bringen. Dem begeisterten Publikum ist nicht entgangen, dass es von einem höchst motiviertem, kreativem, sprachlich und schauspielerisch bestens vorbereitetem Ensemble in die Paläste Athens und die umliegenden Wälder entführt wurde. Ein stimmgewaltiger Oberon, herrlich einfältig dargestellte Handwerker, Hermia und Helena, die im Streit die Fetzen fliegen ließen, schwebende Feen, ein verschmitzt, lässiger Puck ...  machten teilweise vergessen, dass es sich bei den Schauspielern um Schülerinnen und Schüler und nicht um professionelle Darsteller handelte. Die wiederholt eingebaute Interpretation des Beatles-Songs Norwegian wood stellte einen weiteren emotionalen Aspekt dieser BORG-Produktion dar ... Tränen beim Abschlusslied soll es gegeben haben.

Somit bleibt nur abzuwarten, womit die BORG-Theatergruppe im kommenden Jahr sein Publikum verzaubert, während die letzten Töne der Waldfeen noch einige Zeit nachhallen werden.
Mag. Colin Heller

Zernattostraße 10, 9800 Spittal/Drau, T: 04762/5509, F: 04762/5509-22, Email: borg-spittal@bildung-ktn.gv.at